Was Pantalica ist
Ein Hochplateau zwischen den Flüssen Anapo und Calcinara, im Hinterland Syrakus. In der Bronze- und Eisenzeit (13.-7. Jh. v.Chr.) lebte hier eine bedeutende Stadt der Sikuler - die vor-griechische Bevölkerung Ostsiziliens. Die Bewohner hauten ihre Toten in Felskammern in die senkrechten Klippen am Rand des Plateaus. Über die Jahrhunderte entstanden so etwa 5.000 Gräber in mehreren Nekropolen-Bereichen.
Mit der griechischen Kolonisierung im 8. Jh. v.Chr. verlor Pantalica an Bedeutung. Im Mittelalter nutzten byzantinische und arabische Bevölkerungen die Höhlen als Wohnungen und Felsen-Kirchen. Heute UNESCO-Welterbe, frei zugänglich, eines der eindrucksvollsten archäologischen Wandergebiete Italiens.
Die fünf Nekropolen
Die Gräber gliedern sich in fünf Hauptbereiche:
- Necropoli Nord-Ovest - die ältesten und größten Bereiche, 13.-12. Jh. v.Chr.
- Necropoli Nord - mittlere Phase
- Necropoli Cavetta - kleinerer Bereich, gut zugänglich
- Necropoli Sud - jüngere Gräber
- Filiporto - byzantinische Wieder-Nutzung
Zugänge und Wanderwege
Süd-Zugang Ferla
Beliebter, mit Aussichts-Plattformen am Plateau-Rand. Wanderung am Klippen-Rand mit Blick in die Schlucht. Anfahrt über SS124 ab Sortino oder Syrakus. Parkplatz bei der Tafel Sella di Filiporto.
Nord-Zugang Sortino
Direkter Zugang zum Anapo-Tal mit der Wanderstrecke entlang der ehemaligen Bahnlinie Ferrovia Anapo. Der Tunnel der alten Bahn ist begehbar. Bahn wurde 1956 stillgelegt, Trasse heute Wanderweg. Vom Parkplatz Sella di Filiporto etwa 1 Std bis zu den Hauptnekropolen.
Wandermöglichkeiten
- Kurz: 1-2 Std vom Sortino-Zugang ins Anapo-Tal
- Mittel: 3-4 Std über die alte Bahnstrecke
- Lang: 5-7 Std komplette Plateau-Tour mit zwei Autos (Süd und Nord)
Anaktoron - der mykenische Palast
Auf dem Plateau, etwas abseits der Hauptpfade, liegen die Reste des Anaktoron - vermutlich der Sitz des Königs der Sikuler-Stadt im 13.-12. Jh. v.Chr. Mykenischer Bautyp - die einzigen erhaltenen Reste eines mykenisch beeinflussten Palastes außerhalb Griechenlands. Heute nur Fundamente, aber im Kontext der Felsgräber sehr bedeutend. Beschilderte Pfade vom Süd-Zugang.
Anreise und Logistik
- Auto ab Syrakus: 50 Min, 35 km westlich (SS124)
- Auto ab Catania: 1,5 Std südlich
- Auto ab Noto: 1 Std
- Auto ab Ragusa: 1,5 Std
- Sortino-Zugang: über SP14 ab Syrakus
- Ferla-Zugang: über SS124 von Syrakus oder Sortino
- Kein ÖV - Auto Pflicht
- Parkplatz: 2-3 €/Tag
Was mitbringen
- Festes Schuhwerk - die Pfade sind unbefestigt, oft steinig
- Wasser - mindestens 1,5 Liter pro Person, mehr im Sommer
- Snacks oder Picknick - keine Restaurants im Reservat
- Sonnenschutz, Hut, Sonnenbrille
- Stirnlampe für die Höhlen-Erkundung
- Karte am Eingang holen
- Im Sommer früh starten (vor 8 Uhr) - kein Schatten auf dem Plateau
Was kombinieren?
- Syrakus / Ortigia - 50 Min östlich, das andere UNESCO-Mitglied
- Cavagrande del Cassibile - 1 Std südlich, Schluchtwanderung
- Noto - 1 Std südlich
- Palazzolo Acreide - 30 Min nördlich, eines der 8 Val-di-Noto-Städte mit antikem griechischen Theater
Beste Reisezeit
- April-Mai: optimal. Wildblumen, 18-25 Grad.
- Oktober-November: 18-22 Grad, klare Sicht, weniger Touristen.
- Juli-August: 35 Grad ohne Schatten, früh starten oder vermeiden.
- Winter: mild aber feucht, einige Pfade rutschig.
Häufige Fragen
Was ist Pantalica?
Größte prähistorische Nekropole Siziliens, 5.000 Felsgräber 13.-7. Jh. v.Chr. UNESCO 2005.
Eintritt?
Frei. Parkplatz 2-3 €/Tag.
Zugänge?
Sortino (Nord) und Ferla (Süd). Eigene Wanderwege.
Wandern?
Kurz 1-2 Std, mittel 3-4 Std, lang 5-7 Std mit zwei Autos.
Anreise?
Auto Pflicht. Syrakus 50 Min, Catania 1,5 Std.
Anaktoron?
Mykenischer Palast 13.-12. Jh. v.Chr. Einziger seiner Art in Westeuropa.
Was mitbringen?
Schuhe, Wasser, Snacks, Sonnenschutz, Stirnlampe.
Beste Zeit?
April-Mai, Oktober-November.
Familien?
Mit größeren Kindern ja, Kinderwagen ungeeignet.
Kombination?
Ortigia, Cavagrande, Noto, Palazzolo Acreide.
Offizielle Quellen
- Parco Archeologico di Siracusa - offizielle Seite, zuständig auch für Pantalica
- Treccani: Pantalica - prähistorische Nekropole und Geschichte
Stand: Juni 2026.