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Sizilianischer Wein

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Sizilianischer Wein

Eine der größten Weinregionen Italiens - und eine der am stärksten gewandelten. Aus anonymem Fasswein wurde in vierzig Jahren eine Qualitätsregion mit eigenen Sorten von Nero d Avola bis Carricante.

Vom Fasswein zum Qualitätswein

Mit rund 118.000 Hektar hat Sizilien laut einer Studie von Confcooperative und Censis aus dem Jahr 2025 die größte Rebfläche aller Regionen Italiens. Lange war das keine Auszeichnung: Über ein Jahrhundert lieferte die Insel anonymen, kräftigen Fasswein, der in den Norden verschifft wurde, um schwächere Weine aufzubessern. Quantität zählte, nicht Qualität.

Den Wandel trugen Güter wie Tasca d Almerita auf dem Landgut Regaleali, die zeigten, dass die heißen Hügel Spitzenweine tragen können, Planeta und Donnafugata folgten und machten die einheimischen Sorten international bekannt. Heute gilt Sizilien als eine der spannendsten Regionen des Mittelmeers - mit einer Bandbreite vom hellen Aetna-Roten bis zum dichten Süßwein von Pantelleria.

Die wichtigsten Rebsorten

Sizilien setzt stark auf autochthone, also heimische Sorten. Diese sechs trifft man am häufigsten.

Sorte Farbe Charakter
Nero d Avola rot Die wichtigste rote Sorte der Insel, auch Calabrese genannt. Brombeere, Pflaume, Kakao, kräftige Säure.
Frappato rot Leicht, hell, blumig, feine Tannine. Heimisch um Vittoria im Südosten.
Nerello Mascalese rot Die Sorte des Aetna - elegant und mineralisch.
Grillo weiß Kreuzung aus Catarratto und Zibibbo, 1874 von Antonino Mendola gezüchtet. Aushängeschild der DOC Sicilia und bis heute eine Marsala-Traube.
Carricante weiß Der straffe, langlebige Weißwein des Aetna mit Zitrus und salziger Note.
Zibibbo weiß Moscato di Alessandria, Basis des süßen Passito di Pantelleria.

Die Appellationen - eine DOCG und viele DOC

Über der Vielfalt liegt seit 2011 die Regional-Marke Sicilia DOC, die als Qualitätsklammer für die ganze Insel dient. Daneben gibt es mehr als zwanzig lokale DOC und genau eine DOCG, die höchste italienische Stufe: Cerasuolo di Vittoria aus dem Südosten, eine Mischung aus Nero d Avola und Frappato.

Zwei Regionen haben ein ganz eigenes Profil: der Vulkanwein vom Aetna und der Likörwein aus Marsala. Dazu kommen die Süßweine der kleinen Inseln - der Passito di Pantelleria aus Zibibbo und die Malvasia delle Lipari.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es Wein auf Sizilien?

Weinreste in Gefäßen vom Monte Kronio bei Sciacca sind rund 6.000 Jahre alt, Wein wurde also schon vor den Griechen bereitet. Die Griechen brachten ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. ihre Anbaumethoden mit. Lange war Sizilien Masselieferant, heute gilt es als Qualitätsregion.

Was ist die wichtigste Rebsorte?

Bei Rot Nero d Avola, kräftig und fruchtig, auf der ganzen Insel verbreitet. Bei Weiß der Grillo, frisch und mineralisch. Dazu die Spezialisten Nerello Mascalese und Carricante am Aetna.

Welche Appellationen gibt es?

Über zwanzig DOC, dazu die einzige DOCG der Insel: Cerasuolo di Vittoria. Die Regional-Marke Sicilia DOC umspannt seit 2011 die ganze Insel. Eigene Profile haben Etna und Marsala.

Was ist Cerasuolo di Vittoria?

Die einzige DOCG Siziliens, aus dem Südosten um Vittoria. Eine Mischung aus Nero d Avola und Frappato - kräftig und fruchtig zugleich, mittelschwer, gut zu Fleisch und Pasta.

Welcher Süßwein lohnt sich?

Der Passito di Pantelleria aus getrockneten Zibibbo-Trauben, etwa Ben Ryé von Donnafugata, und die Malvasia delle Lipari von den Liparischen Inseln. Beide passen zu Mandelgebäck und Blauschimmelkäse.

Welche Weingüter sind bekannt?

Tasca d Almerita (Regaleali), Planeta und Donnafugata mit Gütern in mehreren Regionen, COS und Valle dell Acate im Südosten, Florio in Marsala.

Wann ist Lesezeit?

Wegen des heißen Klimas früh: an der Küste oft schon ab August, in den Höhenlagen am Aetna bis in den Oktober. Für Verkostungen sind Mai und Juni am ruhigsten.

Wie kaufe ich sizilianischen Wein?

Am besten direkt in den Cantinas, sonst in italienischen Weinhandlungen oder online. In Deutschland und Österreich stehen die guten Sizilianer zunehmend im Fachhandel.

Welcher Wein zu welchem Gericht?

Nero d Avola zu gegrilltem Fleisch und Caponata, Frappato zu Thunfisch, Grillo und Carricante zu Fisch und Streetfood, Süßwein zum Dessert.

Offizielle Quellen


Stand: September 2026.

Autor: Martin Höllinger