Zum Inhalt springen
Pantelleria

Insel

Pantelleria

Bis Tunesien sind es 67 Kilometer, bis Sizilien 97. Pantelleria ist eine Vulkaninsel mit heißen Quellen, einem Salzsee im Krater und Häusern aus Lavastein, zu vier Fünfteln Nationalpark.

Was Pantelleria ausmacht

Pantelleria liegt im Kanal von Sizilien, 67 Kilometer vom tunesischen Capo Mustafà und 97 Kilometer vom sizilianischen Capo Granitola entfernt. Die Insel misst rund 84 Quadratkilometer, 7.150 Menschen leben hier. Sie ist vulkanisch, der höchste Punkt ist die Montagna Grande mit 836 Metern. Seit 2016 steht der größte Teil der Insel als Parco Nazionale Isola di Pantelleria unter Schutz, 6.560 Hektar mit 23 Wanderwegen.

Die Landschaft prägen Trockenmauern, Terrassen mit niedrigen Reben und Kapernsträuchern und die Dammusi, Häuser aus Lavastein mit gewölbtem Dach. Die Vite ad alberello, der Anbau der Reben in niedriger Buschform, ist seit 2014 immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Aus den Trauben entsteht der Passito di Pantelleria.

Sehenswürdigkeiten

Ort Lage Hinweis
Bagno dell'Acqua (Specchio di Venere) Salzsee ohne Abfluss See von rund 20 ha, meist nur 20-50 cm tief, am Südostufer heiße Quellen mit 34-58 Grad und Naturschlamm. Baden erlaubt, Schirme, Liegen, Kanus und Fahrzeuge verboten.
Montagna Grande 836 m Höchster Punkt der Insel. Rundweg ab dem Parkplatz Sibà Alta, 8 km, 3,5 Stunden, je 460 Höhenmeter.
Arco dell'Elefante Ostküste, Cala Levante Felsbogen im Meer in Form eines Elefantenrüssels. Zufahrt über die Ringstraße, Abzweig Cala Levante. Das Gestein hat Risse und gilt als instabil.
Sesi und Dorf von Mursia Mursia Bronzezeitliches Dorf (1750-1450 v. Chr.) und über 50 Sesi, kuppelförmige Grabbauten aus Stein.
Favara Grande Südflanke der Montagna Grande, rund 450 m Fumarolenfeld, Dampf bis 100 Grad. Zu Fuß ab dem Parkplatz Firiçiákki.
Grotta di Benikulà (Bagno Asciutto) bei Sibà Natürliche Dampfsauna in einer Felsspalte, über Weg 975. Nur kurz drinbleiben, der Dampf enthält Vulkangase.
Gadir Gadir Heiße Quellen mit 40-50 Grad in Becken am kleinen Hafen, über die Ringstraße erreichbar.
Laghetto delle Ondine Nordwestküste Natürliches Meerwasserbecken zwischen Punta Spadillo und Cala Cottone, über Weg 973.

Die Grotta di Sataría ist seit Jahren für Besucher geschlossen.

Specchio di Venere

Der bekannteste Ort der Insel ist ein Salzsee ohne Abfluss, offiziell Bagno dell'Acqua, im Volksmund Specchio di Venere, der Spiegel der Venus. Er misst rund 450 mal 350 Meter und ist meist nur 20 bis 50 Zentimeter tief, an der tiefsten Stelle 12 Meter. Am Südostufer treten heiße Quellen mit 34 bis 58 Grad aus, an den Rändern liegt Naturschlamm. Seit einer Verordnung von 2023 gelten feste Regeln: Baden und die Nutzung der Thermalquellen sind erlaubt, Handtücher nur auf Boden ohne Pflanzen. Verboten sind Feuer, Motorfahrzeuge und Fahrräder am Ufer, Sonnenschirme, Liegen, Kanus, Surfbretter und Zelte, ebenso, etwas ins Wasser zu kippen.

Dammusi und Gärten

Die Dammusi haben dicke Mauern aus Lavastein, ohne Mörtel geschichtet, und ein gewölbtes Dach. Wie alt die Bauweise ist, lässt sich nicht genau sagen, der Nationalpark hält sie für wahrscheinlich älter als die byzantinische Zeit. Der Name kommt vom lateinischen domus oder vom arabischen dammus, Gewölbebau. Typisch für die Insel sind auch die Giardini panteschi: runde, bis zu fünf Meter hohe Trockensteinmauern, in deren Schutz ein einzelner Zitrusbaum wächst. Einen davon, in Contrada Khamma, hat die Kellerei Donnafugata 2008 dem FAI geschenkt.

Passito und Kapern

Die DOC Pantelleria besteht seit 1971, der Passito ist ihr bekanntester Wein. Er wird aus Zibibbo gekeltert, wie die Rebsorte Moscato d'Alessandria auf der Insel heißt, aus Trauben, die in der Sonne trocknen, am Stock oder nach der Lese. Das Regelwerk beschreibt die Farbe als goldgelb mit Neigung zu Bernstein. Die Kapern der Insel sind seit 1996 als Cappero di Pantelleria IGP geschützt.

Wandern im Nationalpark

Der Nationalpark unterhält 23 Wanderwege mit zusammen fast 130 Kilometern. Der Rundweg auf die Montagna Grande beginnt am Parkplatz Sibà Alta, ist 8 Kilometer lang und dauert etwa 3,5 Stunden bei 460 Höhenmetern. Unterwegs lohnen die Favara Grande, ein Fumarolenfeld an der Südflanke mit Dampf bis 100 Grad, und die Grotta di Benikulà bei Sibà, eine natürliche Dampfsauna. Dort nur kurz bleiben, der Dampf enthält Vulkangase.

Anreise

DAT fliegt im Rahmen der Territorialkontinuität bis mindestens 31. Oktober 2026 täglich ab Trapani und Palermo, von April bis Oktober auch ab Catania. Für Nicht-Ansässige gelten 2026 Höchsttarife von 23,05 € ab Trapani, 30,73 € ab Palermo und 35,34 € ab Catania, ohne Mehrwertsteuer. Im Sommer fliegen zusätzlich Volotea ab Bergamo, Bologna, Venedig und Verona und ITA ab Mailand-Linate und Rom.

Per Schiff geht es ab Trapani. Die Siremar-Fähre fährt im Sommer täglich um 23 Uhr und kommt um 6.30 Uhr an, dazu an fünf Tagen eine Fahrt am Nachmittag. Der Deckplatz kostet 42,65 € bis 49,28 €, ein Auto 173,47 €. Von Juni bis Oktober fährt außerdem Liberty Lines in 2,5 Stunden, nur für Passagiere.

Häufige Fragen

Wie komme ich nach Pantelleria?

Mit dem Flugzeug von DAT ab Trapani und Palermo das ganze Jahr täglich, ab Catania von April bis Oktober. Im Sommer kommen Flüge von Volotea und ITA aus Norditalien und Rom dazu. Per Schiff ab Trapani: Siremar-Fähre in 5,5 bis 7,5 Stunden, von Juni bis Oktober auch das Tragflügelboot von Liberty Lines in 2,5 Stunden, nur für Passagiere.

Was kostet der Flug?

Für Nicht-Ansässige gelten 2026 Höchsttarife ohne Mehrwertsteuer: ab Trapani 23,05 €, ab Palermo 30,73 €, ab Catania 35,34 € einfach, dazu kommen Steuern und Gebühren.

Was kostet die Fähre?

Siremar verlangt ab 10. September 2026 für den Deckplatz Trapani-Pantelleria 42,65 € in der Nebensaison und 49,28 € von Juni bis September, für ein Auto 173,47 €, jeweils zuzüglich Gebühren.

Was ist der Specchio di Venere?

Ein Salzsee ohne Abfluss, offiziell Bagno dell'Acqua genannt, rund 450 mal 350 Meter groß und meist nur 20 bis 50 Zentimeter tief. Am Südostufer treten heiße Quellen mit 34 bis 58 Grad aus, an den Rändern liegt Naturschlamm. Baden ist erlaubt, Sonnenschirme, Liegen, Kanus, Fahrräder und Motorfahrzeuge sind verboten.

Was ist ein Dammuso?

Das traditionelle Haus der Insel: dicke Mauern aus Lavastein ohne Mörtel und ein gewölbtes Dach. Woher die Bauweise kommt, ist nicht geklärt, vermutlich ist sie älter als die byzantinische Zeit. Der Name stammt entweder vom lateinischen domus oder vom arabischen dammus.

Was ist ein Giardino pantesco?

Eine runde Trockensteinmauer, bis zu fünf Meter hoch, die einen einzelnen Zitrusbaum vor dem Wind schützt. Ein bekanntes Beispiel ist der Giardino pantesco Donnafugata in Contrada Khamma, den die Kellerei 2008 dem FAI geschenkt hat.

Was ist Passito di Pantelleria?

Ein Süßwein aus Zibibbo, dem Moscato d'Alessandria, aus Trauben, die in der Sonne getrocknet werden. Die DOC Pantelleria gibt es seit 1971. Die Farbe beschreibt das Regelwerk als goldgelb mit Neigung zu Bernstein.

Welche Kapern gibt es auf Pantelleria?

Den Cappero di Pantelleria, seit 1996 als IGP geschützt. Die UNESCO hat außerdem 2014 den Anbau der Reben in Buschform, die Vite ad alberello von Pantelleria, als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Pantelleria selbst ist kein Welterbe.

Wie groß ist der Nationalpark?

Der Parco Nazionale Isola di Pantelleria wurde 2016 gegründet und umfasst 6.560 Hektar, knapp 80 Prozent der Insel. Er unterhält 23 Wanderwege mit zusammen fast 130 Kilometern.

Was isst man auf Pantelleria?

Pesto pantesco aus rohen Tomaten, Knoblauch, Kapern, Basilikum und Mandeln, die Insalata pantesca mit Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Oliven und Kapern, Ravioli mit Ricotta und Minze und als Süßspeise den Bacio pantesco, zwei frittierte Waffeln mit Ricottacreme.

Quellen


Stand: September 2026.

Autor: Martin Höllinger