Zum Inhalt springen
Ustica

Insel

Ustica

Eine kleine Vulkaninsel, rund 67 Kilometer vor Palermo im offenen Meer. Seit 1986 steht das Wasser rund um Ustica unter Schutz, und genau das ist der Grund, warum Taucher und Schnorchler hierher kommen.

Was Ustica ausmacht

Ustica ist die Spitze eines erloschenen Vulkans, rund 8 Quadratkilometer groß, mit einer etwa 16 Kilometer langen, felsigen Küste voller Grotten. Der einzige Ort liegt über dem Hafen, seine Hauswände sind mit alten und neuen Wandbildern bemalt, darunter Werke von Salvatore Fiume. Rund 1.300 Menschen leben hier das ganze Jahr.

Das Meer rund um die Insel wurde am 12. November 1986 zum Schutzgebiet erklärt, als eines der ersten in Italien. Auf rund 15.950 Hektar gelten seither Regeln für Boote, Fischer und Taucher, an Land gibt es seit 1997 ein Naturreservat. Dazu kommt eine lange Geschichte als Verbannungsort, von den Bourbonen bis 1961.

Sehenswürdigkeiten

Ort Lage Hinweis
Cala Sidoti und Cala Santoro Nordwestküste, Zone A Die einzigen Badeplätze in der streng geschützten Zone A. Baden und Schnorcheln erlaubt, Boote und Tauchen nicht.
Grotta Azzurra, Grotta delle Barche, Grotta Verde Küste, Zone C Meeresgrotten. Boote dürfen nur mit Rudern hinein, geführte Tauchgänge an der Grotta Azzurra nur zu festen Zeiten.
Unterwasserpfad Punta Cavazzi Südwesten, 8-24 m Römische und byzantinische Anker und Amphoren am Meeresgrund, der flache Teil auch schnorchelnd zu sehen.
Villaggio dei Faraglioni Norden, Contrada Tramontana Befestigtes Dorf aus der mittleren Bronzezeit, 1400-1200 v. Chr.
Rocca della Falconiera über dem Hafen Siedlung aus dem 3. Jh. v. Chr. mit Nekropolen, dazu Reste einer bourbonischen Festung.
Torre di Santa Maria Ort Bourbonischer Wachturm mit dem Antiquarium der Insel.
Leuchtturm Punta Cavazzi und Piscina naturale Südwestspitze Natürliches Felsbecken unter dem Leuchtturm. Ab der Torre Santa Maria führt der Sentiero del Mezzogiorno hierher.

Die Zonen des Meeresschutzgebiets

Welche Regeln gelten, steht im Disziplinar der Gemeinde, für 2026 vom Umweltministerium im März freigegeben. Zone A ist ein etwa 350 Meter breiter Streifen an der Nordwestküste zwischen der Caletta und Cala Sidoti. Dort dürfen keine Boote fahren oder ankern, Tauchen und Fischen sind verboten. Baden und Schnorcheln sind nur in den ausgeschilderten Abschnitten Cala Sidoti und Cala Santoro erlaubt.

Im übrigen Schutzgebiet, den Zonen B im Norden und C im Süden, ist Baden und Schnorcheln frei. Wer mit Gerät oder in Apnoe tauchen will, braucht eine Genehmigung für 6 € pro Tag und darf nur an festgelegten Tauchplätzen ins Wasser, in Gruppen von höchstens sechs Tauchern. Motorboote fahren bis 300 Meter vor der Küste höchstens 5 Knoten, Jetskis sind ganz verboten, Unterwasserjagd ebenso. In die Grotten dürfen Boote nur mit Rudern.

Tauchen und Schnorcheln

Die Tauchplätze legt die Verwaltung fest, pro Platz sind höchstens vier Tauchgänge am Tag erlaubt. Bei Altamarea Diving kostet ein Tauchgang 65 €, mit Leihausrüstung 85 €. Für Schnorchler lohnt der Unterwasserpfad bei Punta Cavazzi: In 8 bis 24 Metern Tiefe liegen römische und byzantinische Anker und Amphoren, der obere Teil ist von der Oberfläche aus zu sehen. Vom 1. Juni bis 30. September sind Höhlentauchgänge nur in der ersten und dritten Woche des Monats erlaubt.

Anreise

Ustica erreicht man nur ab Palermo. Liberty Lines fährt mit dem Tragflügelboot in 1 Std 30 Min, im Winterfahrplan ab 1. Oktober 2026 um 7, 11 und 16 Uhr ab Palermo, im Sommer viermal am Tag. Die Fahrt um 7 Uhr kostete im Oktober 27,60 €, die späteren 43,79 €. Die Siremar-Fähre braucht 2 Std 40 Min und nimmt Autos mit, im August allerdings nur die von Einwohnern: Vom 1. bis 31. August 2026 dürfen Fahrzeuge Nicht-Ansässiger nicht auf die Insel.

Häufige Fragen

Wie komme ich nach Ustica?

Ab Palermo mit dem Tragflügelboot von Liberty Lines in 1 Std 30 Min, im Oktober 2026 ab 27,60 €, im Winter drei, im Sommer vier Fahrten am Tag. Die Fähre von Siremar braucht 2 Std 40 Min und fährt einmal täglich, im Juli bis September montags und donnerstags zweimal. Deckplatz 23,70 € in der Nebensaison, 26,75 € in der Hauptsaison, Auto 115,66 €, jeweils zuzüglich Hafentaxen.

Seit wann ist Ustica Meeresschutzgebiet?

Seit dem Dekret vom 12. November 1986. Die Gemeinde nennt es das erste in Italien, italia.it spricht von einer gemeinsamen Gründung mit Miramare bei Triest. Das Schutzgebiet umfasst rund 15.950 Hektar Meer.

Was ist in welcher Zone erlaubt?

Zone A an der Nordwestküste ist streng geschützt: keine Boote, kein Tauchen, keine Fischerei. Baden und Schnorcheln sind dort nur in den ausgeschilderten Abschnitten Cala Sidoti und Cala Santoro erlaubt. In den Zonen B und C darf man frei baden und schnorcheln, Tauchen braucht eine Genehmigung und ist nur an festgelegten Plätzen erlaubt. Unterwasserjagd ist überall verboten, Jetskis ebenso.

Was kostet das Tauchen?

Die Tauchgenehmigung der Schutzgebietsverwaltung kostet 6 € pro Tag, zehn Tage 50 €. Dazu kommt die Tauchbasis: bei Altamarea Diving ein Tauchgang 65 €, mit Leihausrüstung 85 €, vier Tauchgänge 200 €.

Wie groß ist Ustica?

Rund 8 Quadratkilometer, die Küste ist etwa 16 Kilometer lang. Der höchste Punkt, die Guardia dei Turchi, liegt auf rund 240 Metern. Auf der Insel leben 1.323 Menschen (1. Januar 2026).

Kann man die Insel umwandern?

Einen durchgehenden Rundweg gibt es nicht. Im Naturreservat an Land sind die Pfade Tramonto, Quattro venti und Serpente sowie das Gebiet Boschetto wegen Steinschlag gesperrt. Offen ist etwa der Sentiero del Mezzogiorno von der Torre Santa Maria zum Leuchtturm Punta Cavazzi.

Darf ich mit dem Auto auf die Insel?

Nicht im August: 2026 ist vom 1. bis 31. August das Anlanden und Fahren von Fahrzeugen verboten, deren Halter nicht auf Ustica wohnen. In den übrigen Monaten ist das Auto erlaubt.

Was sind die Linsen von Ustica?

Die kleinsten Linsen Italiens, dunkelbraun mit grünlichem Schimmer, von Hand angebaut, ohne Kunstdünger und Herbizide. Ausgesät wird im Januar, geerntet Anfang Juni. Slow Food schützt sie mit einem eigenen Presidio.

Welche Rolle spielte Ustica als Verbannungsort?

Von der Besiedlung 1763 bis 1961 schickten die Behörden Verbannte auf die Insel, anfangs Zwangsarbeiter, später auch politische Gegner. Unter dem Faschismus war Antonio Gramsci vom 7. Dezember 1926 bis 20. Januar 1927 hier und gründete mit Amadeo Bordiga eine Schule für die Verbannten.

Reicht ein Tag?

Mit dem frühen Tragflügelboot um 7 Uhr ist ein Tagesausflug möglich, die Rückfahrzeiten stehen im Fahrplan von Liberty Lines. Wer tauchen will, plant mehrere Tage ein.

Quellen


Stand: September 2026.

Autor: Martin Höllinger