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Gepflasterte Gasse in einem Bergort mit Blick über Gärten und Ebene bis zum Meer

Stadt

Monreale

Neun Kilometer von Palermo und 310 Meter hoch steht ein Dom mit 6.340 Quadratmetern Mosaik, begonnen 1174. Wer Dom und Kreuzgang am selben Tag sehen will, plant die Uhrzeit genauer als die Anreise.

Was Monreale ausmacht

Monreale liegt auf einer Terrasse am Südrand der Conca d’Oro, der Ebene um Palermo, am Fuß des 670 Meter hohen Monte Caputo. Den Kern bildet bis heute die Anlage, die der Normannenkönig Wilhelm II. ab 1174 bauen ließ: Kirche, Benediktinerkloster samt Kreuzgang und Königspalast. 1176 zogen die ersten Mönche aus Cava dei Tirreni ein, 1183 erhob Papst Lucius III. Monreale zum Erzbistum.

Dahinter steckte Machtpolitik. Nach der Darstellung der Erzdiözese wollte der junge König dem mächtigen Erzbischof von Palermo, dem Engländer Walter, genannt Gualtiero Offamilio, Grenzen setzen. Das neue Erzbistum nahm Palermo Land und Einnahmen. Walter antwortete mit einem Neubau der Kathedrale von Palermo, geweiht 1185. Beide Kirchen gehören seit 2015 zum UNESCO-Welterbe „Arabisch-normannisches Palermo und die Kathedralen von Cefalù und Monreale“, das neun Bauwerke umfasst. Wie diese Bauten zusammenhängen, steht unter Normannen auf Sizilien.

Der Dom: Mosaiken, Türen, Königsgräber

Die Kirche ist eine Basilika in Form eines lateinischen Kreuzes, 102 Meter lang und 40 Meter breit. Zwei Reihen mit je neun Säulen trennen die drei Schiffe, alle aus Granit bis auf die erste rechts aus Cipollino-Marmor, und alle aus römischen Bauten wiederverwendet. Die Mosaiken bedecken 6.340 Quadratmeter, nach Angaben der Erzdiözese die größte Mosaikfläche Italiens. Entstanden sind sie wahrscheinlich zwischen 1180 und 1190, gelegt von byzantinischen Mosaizisten zusammen mit Werkstätten anderer Schulen.

Im Mittelschiff erzählen die Wände die Genesis, im Querhaus und in den Seitenschiffen die Evangelien, die kleinen Apsiden sind Petrus und Paulus gewidmet. In der Hauptapsis thront Christus als Pantokrator. Der Innenraum ist dunkel. Im Februar 2026 kostete die Beleuchtung der Mosaiken 2 € für genau 60 Sekunden, Zeit ließ sich nicht dazukaufen, man musste für jede weitere Minute zum Automaten zurück. Der Pfarrer kündigte damals Änderungen an.

Das Hauptportal schließt eine Bronzetür von Bonanno Pisano aus dem Jahr 1186, mit 42 Feldern zu Szenen aus dem Alten und Neuen Testament und vier weiteren mit Löwen und Greifen. An der Nordseite sitzt die kleinere Bronzetür von Barisano da Trani, je Flügel 14 Felder. Im südlichen Querhaus liegen die Könige Wilhelm I. und Wilhelm II., im nördlichen Margarete von Navarra und ihre Söhne Heinrich und Roger. 1270 wurden die Eingeweide und das Herz des französischen Königs Ludwig IX. nach Monreale gebracht, der auf dem Kreuzzug vor Tunis gestorben war. Der silberne Hochaltar stammt von Luigi Valadier, gefertigt 1770 bis 1773 in Rom.

Nicht alles ist mittelalterlich. 1811 verbrannte ein Feuer Teile der Holzdecke, die Orgel und das Chorgestühl, restauriert wurde bis 1850. Während der Messen sind keine Besichtigungen erlaubt, das betrifft vor allem den Sonntagvormittag.

Türme, Cappella Roano und Diözesanmuseum

Über alte Steintreppen im Südturm geht es hinauf auf einen Rundgang in rund 45 Metern Höhe, der über die Dächer der Kathedrale führt. Von dort blickt man zuerst in den Kreuzgang hinunter, dann über Palermo bis zum Golf und auf die verzierten Apsiden, am Ende auf die Piazza Vittorio Emanuele II an der Nordseite.

Im nördlichen Querhaus ist der einzige Fußboden aus der Bauzeit erhalten, Marmorplatten mit Einlagen aus Stein, Glas und stellenweise Gold, mit Hasen und Fischen zwischen geometrischen Mustern. Von hier betritt man die Cappella del Crocifisso, eine Barockkapelle aus farbigem Marmor (marmi mischi), die Erzbischof Giovanni Roano um 1690 bauen ließ. Den Boden schmückt Jona im Bauch des Fisches.

Das Diözesanmuseum im Erzbischöflichen Palast erreicht man vom rechten Querhaus aus. Es verteilt sich auf drei Ebenen. Ein Saal im ersten Stock öffnet sich ins Innere des Doms und bietet einen Blick auf die Mosaiken aus der Nähe, ein zweiter auf die Außenseite der Apsiden, und im obersten Stock schaut man von oben in den Kreuzgang.

Der Kreuzgang der Benediktiner

Der Kreuzgang gehört zum ursprünglichen Kloster und stammt aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts. Berühmt ist er für seine Säulen mit gemeißelten Kapitellen. Er hat eigene Öffnungszeiten: montags bis samstags 9 bis 18.30 Uhr, sonntags und an Feiertagen 9 bis 13 Uhr. Der Eintritt kostet laut Stadt Palermo 8 €, am ersten Sonntag im Monat ist er frei.

Öffnungszeiten: was an welchem Tag zusammenpasst

Die Zeiten von Dom, Kreuzgang und der Cappella Palatina in Palermo greifen nur an manchen Tagen gut ineinander.

Montag bis Samstag Sonntag und Feiertage
Dom von Monreale 9.00-13.00 Uhr (letzter Einlass 12.45) und 14.00-17.00 Uhr (letzter Einlass 16.45) nur 14.00-17.00 Uhr, vormittags keine Besichtigung
Messen im Dom (keine Besichtigung) Mo bis Fr 17.30 Uhr, Sa 18.00 Uhr 10.30, 12.00 und 18.00 Uhr
Kreuzgang der Benediktiner 9.00-18.30 Uhr 9.00-13.00 Uhr
Cappella Palatina, Palermo ab 8.30 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr 8.30-12.30 Uhr, die Kapelle selbst ist von 9.30 bis 11.00 Uhr geschlossen

Dom und Messen laut Erzdiözese Monreale, Kreuzgang laut Stadt Palermo (Stand November 2025), Cappella Palatina laut Fondazione Federico II, Stand Oktober 2026.

Montag bis Samstag sind die besten Tage. Vormittags Monreale, ab 9 Uhr in den Dom, danach Türme, Museum und Kreuzgang. Zwischen 13 und 14 Uhr ist der Dom zu, das ist die Mittagspause. Am Nachmittag zurück nach Palermo in die Cappella Palatina, letzter Einlass 16.30 Uhr. Der Bus 389 hält an der Piazza Indipendenza, gleich hinter dem Normannenpalast. Umgekehrt geht es auch, dann bleibt für Monreale das Fenster von 14 bis 16.45 Uhr.

Sonntag und Feiertage sind schwierig. Der Dom öffnet erst um 14 Uhr, der Kreuzgang schließt schon um 13 Uhr. Beides zusammen geht nur mit einer langen Mittagspause in Monreale. Die Cappella Palatina hat sonntags nur vormittags offen und ist dazu von 9.30 bis 11 Uhr geschlossen. Wer alle drei an einem Sonntag will, steht um 8.30 Uhr am Normannenpalast, hat bis 9.30 Uhr eine Stunde für die Kapelle, fährt danach hinauf in den Kreuzgang und wartet bis 14 Uhr auf den Dom.

Anreise ab Palermo

Die Stadtbuslinie 389 von AMAT fährt ab der Piazza Indipendenza über den Corso Calatafimi hinauf nach Monreale, Endhaltestelle ist die Via Fontana del Drago. Die Piazza Indipendenza liegt am Normannenpalast, wer aus der Altstadt kommt, geht vom Dom von Palermo über den Corso Vittorio Emanuele durch die Porta Nuova. Fahrpläne gibt es auf der Website von AMAT und in deren App.

Mit dem Auto sind es von den Quattro Canti 9,4 Kilometer, ohne Verkehr eine Viertelstunde, vom Flughafen Palermo knapp 30 Kilometer und eine halbe Stunde. Mit dem Mietwagen lässt sich Monreale gut auf den Tag der An- oder Abreise legen, vom Flughafen ist es etwa so weit wie in die Stadt. Wer ohne Auto in Palermo wohnt, nimmt den Bus. Die Kathedrale von Cefalù, das zweite Bauwerk des Welterbes außerhalb Palermos, liegt dagegen gut eine Stunde östlich und passt besser zu einem Tag an der Nordküste.

Häufige Fragen

Wie komme ich von Palermo nach Monreale?

Mit der Stadtbuslinie 389 von AMAT ab Piazza Indipendenza, gleich beim Normannenpalast. Sie fährt über den Corso Calatafimi hinauf nach Monreale. Mit dem Auto sind es von den Quattro Canti 9,4 Kilometer, ohne Verkehr eine Viertelstunde.

Wann hat der Dom von Monreale geöffnet?

Montag bis Samstag von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, letzter Einlass jeweils eine Viertelstunde vorher. Sonntags und an Feiertagen nur von 14 bis 17 Uhr. Während der Messen sind keine Besichtigungen erlaubt.

Lohnt sich Monreale am Sonntag?

Nur mit Mittagspause vor Ort. Der Dom öffnet sonntags erst um 14 Uhr, der Kreuzgang schließt schon um 13 Uhr. Wer beides sehen will, kommt vormittags in den Kreuzgang und wartet bis zum Nachmittag.

Kann ich Monreale und die Cappella Palatina an einem Tag sehen?

Ja, montags bis samstags gut: vormittags Monreale, nachmittags die Cappella Palatina, letzter Einlass dort 16.30 Uhr. Der Bus 389 endet in Palermo an der Piazza Indipendenza, direkt beim Normannenpalast.

Was kostet der Kreuzgang?

Laut Stadt Palermo 8 €, am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Im Dom kostete im Februar 2026 die Beleuchtung der Mosaiken 2 € für genau 60 Sekunden.

Wer hat den Dom gebaut?

Der Normannenkönig Wilhelm II., genannt der Gute. Der Bau begann 1174, schon 1176 zogen Benediktiner aus Cava dei Tirreni ins Kloster ein. 1183 machte Papst Lucius III. Monreale zum Erzbistum.

Ist Monreale UNESCO-Welterbe?

Ja, seit 2015, zusammen mit sieben Bauwerken in Palermo und der Kathedrale von Cefalù unter dem Titel „Arabisch-normannisches Palermo und die Kathedralen von Cefalù und Monreale“.

Quellen


Stand: 29. Oktober 2026.

Autor: Martin Höllinger